Herstellung von Zeichenkohle
Die Bildhauerin und Zeichnerin Ulrike Mohr lädt Studierende und Mitarbeiter_innen der HfG Offenbach zu einem zweitägigen Workshop ein, in dem die Herstellung von Zeichenkohle als künstlerische und materielle Praxis erforscht wird. Im Mittelpunkt steht der experimentelle Umgang mit Holzkohle als »lebendiger Materie«, zwischen Transformation, Nachhaltigkeit und ästhetischer Erfahrung. Die Teilnehmenden stellen ihre eigene Zeichenkohle her und reflektieren dabei den bewussten Umgang mit Material, Ressourcen und Zeit.
Die Teilnehmenden verkohlen eigenes Holz, stellen daraus Zeichenkohle her und erforschen deren künstlerisches Potenzial in zeichnerischen und installativen Arbeiten.
Kohle
Kohle, vom althochdeutschen chola für »verkohltes Material«, ist das älteste Zeichenmaterial der Menschheit. In einem kontrollierten Prozess der Verkohlung von Holz (Pyrolyse) wird Holz unter Sauerstoffausschluss in Kohle verwandelt, ein Vorgang, der sowohl chemisch als auch poetisch verstanden werden kann: fossil, dauerhaft, zerbrechlich und der Zeit enthoben.
Vor dem Hintergrund von Klimawandel, Waldbränden und Ressourcenbewusstsein erhält die Materialität von Holzkohle eine neue künstlerische und symbolische Bedeutung. Der Workshop verbindet experimentelle Praxis, Reflexion und gemeinsames Arbeiten.
Ablauf
Am Vormittag arbeiten die Teilnehmenden auf dem Schlossplatz an der Feuerschale. Unter Anleitung von Ulrike Mohr wird Holz in kleinen Metalldosen verkohlt und nach dem Abkühlen als selbst hergestellte Zeichenkohle verwendet. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung zum Umgang mit Feuer und Werkzeugen wird gemeinsam gearbeitet. Am Nachmittag findet der zweite Teil in der Linken Kapelle statt. Dort dient die selbst produzierte Holzkohle als Ausgangspunkt für eigene zeichnerische oder installative Experimente. Nach einer kurzen theoretischen Einführung können die Teilnehmenden frei mit dem Material arbeiten und dessen künstlerisches Potenzial erkunden.
Der Workshop findet im Rahmen der interdisziplinären Reihe »Tipping Points« des Lehrgebiets Zeichnung (Prof. Nadine Fecht) statt und wurde in Zusammenarbeit und von Geldern des green.office der HfG realisiert.
Zwei Tage + ein Workshop in Bildern
Gekokelt, gearbeitet und gezeichnet.
Dokumentiert von Fotografin und HfG Studentin Haben Ghebregziabher.