Aufbauend auf Theorien von Weber sowie kritischen Positionen zu Beschleunigung und Produktivitätszwang (Rosa, Han) und gesellschaftskritischen Ansätzen (Bataille, Illich) wird untersucht, ob Ineffizienz selbst als eine andere Form von „Effizienz“ gedacht werden kann – nicht im Sinne von Leistung, sondern als Raum für Sinn, Reflexion und Freiheit.
Aus dieser theoretischen Grundlage entstehen entwurfsbasierte Forschungsarbeiten, die das Thema praktisch und spekulativ erfahrbar machen. Design fungiert dabei als Vermittlung zwischen Theorie und Anwendung.
Ein Beispiel ist das Projekt „(Not Just) Another Brick in the Wall“ von Samuel Schön, das den Smartphone-Alltag als System permanenter Aufmerksamkeit und sozialer Entfremdung kritisiert. Mechanismen sozialer Medien werden als Verstärker von Abhängigkeit und Überreizung dargestellt und in eine Designintervention übersetzt, die bewusstere digitale Nutzung anregen soll.
Das Projekt „HUG“ von Roman Jakowlew verbindet Kissen und Schlafmaske zu einem Objekt des Rückzugs. Es schafft einen temporären Schutzraum gegen permanente Erreichbarkeit und versteht Ruhe als gezielte, produktive Ineffizienz. Durch beruhigenden Druck und Abschirmung von Reizen unterstützt es Entspannung und signalisiert gleichzeitige Nicht-Verfügbarkeit im Alltag.
Projektleitung: Prof. Dr. Tom Bieling
Assistenz: Susanne Wieland.
Projektteam: Devin Can, Jonas Giese, Roman Jakowlew, Emil Navid Kirchgessner, Anna Kurfiß, Lotte Landgraf, Jan Schneider, Samuel Schön, Aranza Velasco Sanchez.